Gespa Sperrliste: Welche Buchmacher sind in der Schweiz gesperrt?

Inhaltsverzeichnis
- Was ist die Gespa-Sperrliste und wie funktioniert die Domain-Blockierung in der Schweiz
- 490 gesperrte Domains Ende 2024 und ESBK-Blocklist mit 2093 Einträgen
- Was bedeutet es für mich als Spieler, wenn ein Buchmacher gesperrt ist?
- Wie prüfe ich vor der Einzahlung, ob ein Buchmacher auf der Sperrliste steht
- Gespa-Sperrliste vs. ESBK-Blocklist: Unterschied und Relevanz für Sportwetter
Was ist die Gespa-Sperrliste und wie funktioniert die Domain-Blockierung in der Schweiz
Wer in der Schweiz nach einem Buchmacher für Baseball-Wetten sucht, stösst früher oder später auf die Frage: Ist dieser Anbieter in der Schweiz gesperrt? Die Antwort liefert die Gespa-Sperrliste – ein offizielles Verzeichnis von Domains, die von der Interkantonalen Geldspielaufsicht (Gespa) als unzulässig eingestuft und für Schweizer Internetnutzer technisch gesperrt wurden.
Die Gespa ist die Aufsichtsbehörde für Lotterien und Sportwetten in der Schweiz. Sie überwacht, welche Anbieter im Markt aktiv sind, und leitet gegen nicht lizenzierte Betreiber Sperrmassnahmen ein. Die Blockierung erfolgt auf DNS-Ebene: Schweizer Internetanbieter (ISP) sind gesetzlich verpflichtet, die gesperrten Domains für ihre Kundinnen und Kunden unzugänglich zu machen. Laut Gespa Jahresbericht 2024 befanden sich per Ende 2024 insgesamt 490 Domains auf der Gespa-Sperrliste.

Die Sperrliste ist kein statisches Dokument. Sie wird mehrmals pro Jahr aktualisiert – in 2024 gab es vier Publikationsrunden. Das bedeutet: Ein Anbieter, der heute noch zugänglich ist, kann nach der nächsten Aktualisierung gesperrt sein. Und umgekehrt: Gesperrte Betreiber wechseln manchmal die Domain, um der Sperre auszuweichen – was die Gespa regelmässig mit neuen Einträgen beantwortet.
490 gesperrte Domains Ende 2024 und ESBK-Blocklist mit 2093 Einträgen
Die Zahlen hinter den Sperrlisten sprechen für sich – und sie zeigen, wie stark die Schweizer Behörden im Jahr 2024 aktiv waren.
Die Gespa-Sperrliste umfasste per 31. Dezember 2024 genau 490 Domains, die in vier Blocklist-Publikationen im Jahresverlauf hinzugefügt wurden. Das deckt vor allem nicht lizenzierte Sportwetten- und Lotterieseiten ab, die unter dem Geldspielgesetz als Grossspiele eingestuft werden. Parallel dazu führt die Eidgenössische Spielbankenkommission (ESBK) eine eigene Blockliste für nicht lizenzierte Online-Casino-Angebote: Diese umfasste per 31. Dezember 2024 laut ESBK Tätigkeitsbericht 2024 insgesamt 2.093 Einträge – ein Anstieg von 601 Einträgen gegenüber dem Vorjahr, was einem Wachstum von 40 Prozent entspricht.

Diese Zahlen sind für Sportwetter aus zwei Gründen relevant. Erstens zeigen sie, dass die Regulierungsbehörden aktiv vorgehen – die Sperrlisten sind kein symbolisches Instrument. Zweitens verdeutlichen sie, dass der Markt für nicht lizenzierte Anbieter erheblich ist: Hunderte von Plattformen wenden sich an Schweizer Nutzer, ohne die erforderliche Bewilligung zu besitzen. Wer bei einem dieser Anbieter Geld einzahlt, tut das ohne den Schutz des schweizerischen Geldspielgesetzes.

Was bedeutet es für mich als Spieler, wenn ein Buchmacher gesperrt ist?
Wenn ein Buchmacher auf der Gespa-Sperrliste steht, bedeutet das technisch gesehen, dass Schweizer ISPs die Domain blockiert haben. Trotzdem kann es vorkommen, dass die Seite noch zugänglich ist – entweder weil der Anbieter auf eine neue Domain gewechselt hat oder weil der eigene Internetanbieter die Sperre noch nicht umgesetzt hat.
Was riskiert man als Spieler bei der Nutzung eines gesperrten Anbieters? Das Bundesamt für Justiz hält in seinem FAQ zum Geldspielgesetz explizit fest: Spielende machen sich durch die Nutzung nicht bewilligter Online-Geldspielangebote nicht strafbar. Allerdings riskieren sie, dass ihre Einsätze und allfällige Gewinne im Rahmen eines Strafverfahrens gegen den Betreiber eingezogen werden. Das ist eine reale und direkte finanzielle Gefahr – keine theoretische.

Dazu kommt ein praktisches Problem: Nicht lizenzierte Anbieter unterliegen keinem Schweizer Spielerschutz. Probleme mit Auszahlungen, fehlenden Limits oder fehlendem Zugang zu Selbstsperreangeboten können nicht über Schweizer Behörden geregelt werden. Der Spieler ist in einem Rechtsraum, in dem das Schweizer Recht für ihn nicht schützend wirkt.
Wie prüfe ich vor der Einzahlung, ob ein Buchmacher auf der Sperrliste steht
Die Gespa veröffentlicht die Sperrliste nicht als vollständige, öffentlich durchsuchbare Datenbank für Endverbraucher. Stattdessen publiziert sie die Blocklist-Aktualisierungen für Internetanbieter. Das erschwert die direkte Prüfung etwas – macht sie aber nicht unmöglich.
Mein empfohlener Ansatz: Suche auf der offiziellen Gespa-Website (gespa.ch) nach Pressemitteilungen und Jahresberichten, in denen Sperrlisten-Aktualisierungen kommuniziert werden. Alternativ: Wenn ein Anbieter nicht bei Swisslos oder Loterie Romande registriert ist, fehlt ihm per Definition die Schweizer Lizenz für Online-Sportwetten – das ist bereits ein klares Signal. Prüfe ausserdem, ob der Anbieter eine offizielle Schweizer Lizenz auf seiner Website ausweist. Ist dort nur eine Curaçao- oder Anjouan-Lizenz angegeben, handelt es sich nicht um einen in der Schweiz zugelassenen Anbieter.

Eine schnelle Checkliste vor der ersten Einzahlung bei einem neuen Anbieter: Hat der Anbieter eine Schweizer Lizenz oder ist er Teil von Swisslos/Loterie Romande? Wird die Seite von meinem Browser ohne Warnmeldung geladen? Ist der Kundenservice auf Deutsch erreichbar und reagiert er auf Anfragen zu Lizenzfragen? Diese drei Fragen filtern die meisten problematischen Anbieter heraus.
Gespa-Sperrliste vs. ESBK-Blocklist: Unterschied und Relevanz für Sportwetter
Zwei Behörden, zwei Sperrlisten – das ist der häufigste Verständnisfehler, den ich in Gesprächen mit Schweizer Wetterinnen und Wettern beobachte. Gespa und ESBK haben verwandte, aber klar abgegrenzte Zuständigkeiten.
Die Gespa – Interkantonale Geldspielaufsicht – ist zuständig für Lotterien und Sportwetten. Ihre Sperrliste betrifft also Anbieter, die Online-Sportwetten oder Lotterieprodukte ohne Schweizer Bewilligung anbieten. Die ESBK – Eidgenössische Spielbankenkommission – ist dagegen für Casinos und Online-Casino-Angebote zuständig. Ihre Blocklist mit 2.093 Einträgen (Ende 2024) betrifft nicht lizenzierte Online-Casino-Betreiber, nicht Sportwettenanbieter im engeren Sinn.

Für Baseball-Wetter bedeutet das: Wer reine Sportwetten platziert, ist primär von der Gespa-Sperrliste betroffen. Wer bei einem Anbieter setzt, der auch ein Casino betreibt – was bei den meisten Offshore-Plattformen der Fall ist – kann gleichzeitig auf beiden Listen erscheinen. Im Zweifel ist die Regel einfach: Kein Schweizer Buchmacher ausser Swisslos und Loterie Romande darf Online-Sportwetten legal anbieten. Alles andere ist nicht zugelassen, unabhängig davon, ob es auf einer der Listen steht oder nicht. Wer mehr über den rechtlichen Rahmen wissen will, findet die Grundlagen im Artikel über das Geldspielgesetz Schweiz für Sportwetter. Informationen zu Spielerschutzmassnahmen bietet der Beitrag über Spielerschutz beim Online-Sportwetten in der Schweiz.
Wie viele Buchmacher stehen auf der Gespa-Sperrliste?
Per Ende 2024 standen laut Gespa Jahresbericht 2024 insgesamt 490 Domains auf der Gespa-Sperrliste. Die Liste wird mehrmals pro Jahr aktualisiert, da nicht lizenzierte Anbieter regelmässig neue Domains registrieren, um Sperren zu umgehen.
Kann ich trotzdem auf einer gesperrten Seite wetten?
Technisch ist ein Zugang manchmal möglich, wenn ein Anbieter auf eine neue Domain gewechselt hat oder der eigene ISP die Sperre noch nicht implementiert hat. Als Spieler macht man sich nicht strafbar. Allerdings besteht das Risiko, dass Einsätze und Gewinne im Rahmen eines Strafverfahrens gegen den Betreiber eingezogen werden.
Was ist der Unterschied zwischen der Gespa-Sperrliste und der ESBK-Blocklist?
Die Gespa-Sperrliste betrifft nicht lizenzierte Sportwetten- und Lotterieanbieters. Die ESBK-Blocklist betrifft nicht lizenzierte Online-Casino-Betreiber. Für Sportwetter ist die Gespa-Liste direkt relevant. Da die meisten Offshore-Anbieter sowohl Sportwetten als auch Casinospiele anbieten, können sie auf beiden Listen erscheinen.
Geschrieben von der Redaktion „Baseball Live Wetten Online”.